Jodan Kamae
#1
Geschrieben 08 November 2004 - 11:37 Uhr
Was haltet ihr von Jodan Kamae?
Welche wirksamen (Punkte) Treffer kam man im Kendo-Shiai machen?
Welche wirksamen Gegentechniken kennt Ihr?
Welche Erfahrung habt ihr mit Jodan Kamae?
Kennt ihr gute Lehrer in Deutschland, die Jodan Kamae unterrichten?
Alles Gute
Tampopo
#2
Geschrieben 08 November 2004 - 12:57 Uhr
Da gehört schon viel innere Kraft und Feuer dazu, diese Technik wirklich effizient im Kampf (und darum geht es wohl) anzuwenden.
Bis auf das Men alles offen wie ein Scheunentor und wenn der Gegner ein korrektes Nuki(Men,Kote) hinlegt - steht man leicht vorgebeugt vor seinem Gegner und präsentiert auch noch sein Men.
Für den Anwender bleibt eigentlich nur ein korrekter Menschlag - oder ein sehr schönes Kote - dann ist das eigene Shinai aber schon wieder sehr tief.
Der Gegner hat (bei leicht rechts schrägem Kamae) die Möglichkeit des rechten Kote, des rechten und dann das linke Kote, nur des linken Kote; bei geraden Kamae Katate- und Morotetsuki und mindesten drei Dovarianten; jede erdenkliche Kaeshitechnik (K-Men, K-Kote, K-Do) und Suriage-Men.
Jodan no Kamae ist m.E. nur für was Große (mental, körperlich und graduiert)!
Nein, einen guten Trainer, der diese Technik favorisiert kenne ich nicht.
#3 GastJörgP_*
Geschrieben 08 November 2004 - 13:40 Uhr
ich werde hier doch nicht meine Spezial-Anti-Jodan-Techniken an jedermann preisgeben
Ich habe für mich im Jigeiko herausgefunden, daß man in dem Moment, wo man die Jodanhaltung ein nimmt - meist schon weiß, ob man jetzt einen Punkt machen kann oder nicht. Die einen Ãbungspartner wissen mit der Situation nichts anzufangen und ich verspüre "Ãberlegenheit" und kann dann auch fast immer gut treffen. Andere Ãbungspartner lassen sich nicht beeindrucken und schon in dem Moment, wo ich die Arme hebe, verspüre ich ein "MIST!!!!!" und weiß genau, daß ich hier nichts machen kann und schlage dann nur noch aus Pflichtgefühl (aus dem Jodan heraus), um mir meinen Treffer abzuholen. Das ist übrigens unabhängig davon, ob es sich hier um Anfänger oder Fortgeschrittene handelt.
Viele Grüße
Jörg
#4 GastTengu86_*
Geschrieben 08 November 2004 - 14:21 Uhr
auch wenn ich nicht vom kendo sondern vom kenjutsu komme werd ich mal meinen senf dazu geben. bei uns ist jodan no kamame sehr geschlossen . wir stehen in hanmi was den brustkorb mehr schutz giebt so das mehr die schulter in den vordergrund kommt. so wird die nagriffsfläche schon erheblich minimiert.
jedoch würde ich in einem kampf wohl seigan vorziehen .
#5
Geschrieben 08 November 2004 - 17:57 Uhr
Was greft hr bevorzug an in Jôdan gegen Chudan und gegen Jodan?
Macht ihr eher Shikage-waza oder doch Ãji-waza?
Da kann man doch noch bestimmt mehr zu schreben.
Tampopo
Bearbeitet von Tampopo, 08 November 2004 - 18:03 Uhr.
#6 GastTengu86_*
Geschrieben 08 November 2004 - 18:49 Uhr
was die stellung in jodan angeht so kommt es drauf an. beim normalen jodan wird das rechte bein nach hinten genommen und das linke kommt nach forne. dann giebt es noch migi jodan bei dem das rechte bein forne bleibt .
eine sehr häufig genuztes ziel aus jodan giebt es eigendlich nicht. ziel ist es eigendlich aus jeder position sehr leicht jeden angrifspunkt des gegners treffen zu können. dies ist bei usn nicht nur men do kote und der kehlkopf sondern zb auch die innenseite des schenkels oder auch schnitte durch den torso wie beim tametsigiri werden gemacht. auch die augen sind ziele. von daher ist es schwerlich mit kendo zu vergleichen.
jedoch wird jodan so wie ich das feststellen kann häufig für einen schlag auf das schwert des gegners gebraucht. jedoch nur um dieses zu kontrollieren. also es giebt bei uns keine festen ziele für bestimmte positionen so gehen vile kame fliesend ineinander über. so kann man aus jodan eine vielzahl von anderen kamae einnemne.
#7
Geschrieben 12 November 2004 - 17:40 Uhr
In meinem Verein wird kein Jodan verwendet. In einem anderen Verein in dem ich auch gelegendlich bin wird es eher zum Spiel gemacht. Wenn man dort in Jodan geht wechselt der Gegner auch Automatisch in Jodan. ist schon witzig.
Als ich dieses Jahr in Japan war und habe dort einer Polzeisportgruppe in Fukuoka zuschauen dürfen. Mitmachen war leider nicht möglich, denn es gab da nur Kendoka ab Yondan aufwärts und da habe ich wirklich nicht verlohren. Tosu-sense (Bundestrainer 92/93) meine es wäre die höchste Leistungstufe des Japanischen Kendo. War schon sehr beeindruckend.
Ich habe dort auch viel Jodan Kamae gesehen, wobei die Auslage gewechselt wurde, was ich so in Deutschland nicht wirklich kannte. Tatsächlch erfolgte das FUMIKOMI und das durchlaufen auch mit dem linken Fuß vorne. Auch sagte mir TOSU, es gäbe jemand in Deutschland, der sehr gut in Jodan ist. Den Namen habe ich natürlich vergessen.
Naja, vielleicht entwickelt sich ja nochmal eine Dskusion.
Tampopo
#8 GastJörgP_*
Geschrieben 12 November 2004 - 20:16 Uhr
also ich versuche mich hin und wieder in allen Arten des Jodan (einfach so probeweise). Links oder Rechts vorne, genauso wie Shinai in der linken oder rechten Hand bzw. links oder rechts Katate. Meistens jedoch Morote (beidhändig über dem Kopf) mit linkem Fuß vorne (so laufe ich dann auch durch) und schlagen mit Katate (mit links). Theoretisch geht auch Do, in dem Moment, indem der Gegner nach der Kote schlägt oder sein Shinai anhebt (klappt sogar manchmal).
Viele Grüße
Jörg
#9
Geschrieben 15 November 2007 - 11:14 Uhr
habe mal ne andere Frage, möchte dafür aber keinen neuen Thread aufmachen.
Gibt es hier im Forum, oder gar in diesem Thread jemanden, der Jodan kämpft?
Will mich mal mit jemandem austauschen, da ich selbst gerade versuche umzusteigen.
Viele Grüße,
Roland
Kann mir jemand von den Japanisch sprechenden mal erzählen, was uns der "junge" Mann in diesem Video alles zu erklären versucht? http://www.youtube.com/watch?v=7JRox66XmrM
Sieht jedenfalls recht interessant aus.
Tschüss Sebastian
Was Masashi Chiba dir da zu erklären versucht ist im wesentlichen die Schlagausführung des Katate-Men, das die Art und Weise wie man schlagen soll (Mit der linken Hand das Shinai nach unten ziehen und die Schlaugasführung wie eine Feder losschiessen lassen) und wie bei 1:25 zu sehen das du den Schlag nicht in einem Bogen "von oben" machen sollst sondern das der Schlag eigentlich "gerade" fast schon von "unten" (das ist so schwer zu beschrieben) erfolgen soll wenn das Shinai mit der linken Hand nach unten gedrückt wurde.
Desweiteren erklärt er den Katete Kote vom Jodan und das es falsch ist das Shinai in einem Bogen dem Gegner um sein im Seigan gehaltenes Shinai zu schwingen und auf die Kote zu hauen um das Seigen zu umgehen da man dann nicht mehr mit der schneidenden Seite des Shinai aufkommt. Man soll stattdessen die Fußarbeit dafür sorgen lassen das man mit dem Shinai über das im Seigan gehaltene Shinai des Gegners kommt in dem man während der Schlagausführung einen Ashi-Sabaki Schritt nach links macht welches einem Treffermöglichkeiten für den Kote eröffnet.
Er erklärt desweiteren in dem Bogu Part noch einmal wie genau der richtige Katate Men auszusehen hat, das du dem Gegner das Shinai zentriert auf den Men hauen sollst und nicht vom Jodan aus Yoko-Men mässig irgendwie auf die Seite des Men schwingen sollt. Auch erklärt er wie zu reagieren ist wenn der Gegner mit seinem Seigan abwechselnd Tsuki und Hidari Kote des im Jodan stehenden bedroht (06:16)
Möchtest du noch mehr Wissen? Habe auch eine einigermaßen vollständige Übersetzung des 1.Parts.
Gruß
Sirsmokesalot
Hallo Leute,
ich will mal einen alten Thread wieder aufwärmen.
Ich habe mir vor längerer Zeit mal den rechten Daumen lädiert und kann mittlerweile fast gar nicht mehr schmerzfrei im Chudan kämpfen. Also hab ich mir überlegt ins Jodan zu wechseln. Meine ersten Gehversuche sind absolut grottig. Fußarbeit stimmt gar nichts, Haltung furchtbar, Schlagtechnik miserabel. Naja derzeit würde ich alles an Tipps aufsaugen, was ihr zu bieten habt, am wichtigsten wäre mir ein paar Tipps zum systematischen Aufbau des Trainings.
Dann hab ich noch ne Frage zur Jodan-Kote: Wozu dient diese S-förmige Bewegung mit dem Shinai und wie macht man das richtig?
Tschüss Sebastian
#12
Geschrieben 15 November 2007 - 15:38 Uhr
Zur S-förmigen Bewegung will mir gerade nichts einfallen, beim Standart Katate Kote lässt man das Shinai einfach in der selben Haltung in der Man es im Jodan hält auf die Kote des Gegners fallen, wobei bei einer korrekten Ausführung die rechte Hand noch vergleichsweise zum Katate Men länger am Shinai bleibt und dann erst abgestossen wird.
Es gibt da aber eine Technik (vielleicht meinst du diese) durch die Man in der Lage ist um das Seigan-No-Kamae eines Gegners herum an seinen Kote zu kommen, der Hauppteil dieser Technik basiert aber in der Fußarbeit mit der man einen weiten Schritt nach Links aussen macht um um das Shinai des Gegners welches den Kote schützt zu kommen.
Hast du nicht vielleicht Bilder oder Videos?
Gruß
Sirsmokesalot
#13
Geschrieben 15 November 2007 - 15:54 Uhr
Correct execution of Katate Kote
Incorrect execution of Katate Kote.
Und auf Seite 16 des Jodan-Manuals
Tschüss Sebastian
#14
Geschrieben 15 November 2007 - 16:46 Uhr
Hey! Ich lag doch richtig. Da geht es um die angesprochene Technik Katate Kote zu schlagen wenn der Gegner im Seigan steht.
Einfach gerade aus dem Jodan herraus herunterschlagen funktioniert hierbei (bedingt durch das Kame deines Gegners) nicht, du musst dein Shinai aus dem Jodan herraus quasi um seines bewegen.
Die Bilder erklären die korrekte Ausführung dieser Technik dahingehend das du linke Handkeineswegs zu weit nach aussen bewegen solltest so in etwa eine Halbkreisrunde Schwingbewegung
Vergleich die korrekte Ausführung der Kote Bild 2 und 3 in welchem Bereich sich dort das Shinai befindet, und vergleiche die inkorrekte Ausführung Bild 2 und 3. Bei Bild 2 ist in der inkorrekten Ausführung die Hand zu weit aussen, Bild 3 deutet an das hier das Shinai förmlich im Halbkreis geschwungen wird. Und das nicht nummerierte Bild welches die Kote des Gegners zeigen deutet an wieso man es so nicht machen sollte, da man so höchstens die Kote-Gashira erwischt.
Gruß
Sirsmokesalot
#15
Geschrieben 15 November 2007 - 19:21 Uhr
Hier zu wollte ich auch noch etwas schreiben.
Beim Training machst du wenn es dir mit dem Jodan ernst ist alles mit Links. Will heissen: Macht ihr Suburi egal ob Men, Kote, Do, Zenshin Kotei Shomen Suburi oder Hayasuburi ist bei dir stets der linke Fuß in Jodan Stellung vorne und du achtest penibel genau darauf das deine Füße richtig stehen. Die Fußarbeit machst du nun nicht mit rechts sondern mit links.
Du solltest versuchen so viele Suburi wie es dir möglich ist Katate zu machen, kannst du nicht mehr, nimmst du beide Hände wieder ans Shinai, machst aber mit den Suburi unter Einsatz von Jodan Fußarbeit weiter.
Solltet ihr Fußarbeit üben machst du hier natürlich auch alles mit der Fußarbeit des Jodan no Kame. Ashi Sabaki, Fumikomi etc..
Kirikaeshi: Um Jodan zu üben solltest du hier statt großem Men zum Anfang in´s Jodan gehen und Katate Men schlagen, dann Taiatari und dann machst du Kirikaeshi mit Jodan Fußarbeit, linker Fuß vorne! Wenn du deine bisherigen Jodan Übungen schon als grottig bezeichnest, glaub mir dein Jodan-Kirikaeshi wird die Blamage vollenden
Ziel für dich sollte es beim Training wenn du das Jodan no Kamae üben möchtest aus jeder Übung das maximale für´s Jodan zu machen. Mach alles was du kannst im Jodan, immer Jodan Fußarbeit auch wenn ihr nur lustig Ashi-Sabaki die Halle rauf und runter macht (gerade da).
Edit:Und noch viel wichtiger als das ganze, hast du jemanden der schon etwas erfahrener im Jodan ist und dich korrigieren kann?
Gruß
Sirsmokesalot
Bearbeitet von Sirsmokesalot, 15 November 2007 - 19:24 Uhr.
#16
Geschrieben 15 November 2007 - 21:29 Uhr
Zu Jodan in meiner Nähe: mein Sempai hat's mal probiert vielleicht ein Jahr lang, ist dann aber wieder zum Chudan zurückgekehrt. Einmal im Monat kann ich in nem anderen Dojo, jemanden löchern, naja danach wär erstmal lange nichts.
Tschüss Sebastian
#17
Geschrieben 16 November 2007 - 08:29 Uhr
Jap, der Praxis nach nur bedingt, zumindest im Kendo. Der Haupttrefferpunkt Men ist zu, das bringt viele aus der Ruh´
Für mich selbst ist es nur bedingt was, sozusagen für den ab und zu-Einsatz sehr nett (vor allem überraschend). Ich finde es bemerkenswert, dass im Pre-War-Kendo der Wechsel der kamae zwischendurch im shiai Gang und Gäbe war. Heutzutage stellt man ja meistens rein auf Jodan um, wechselt im Shiai nur nach Chudan, wenn Jodan keinen Erfolg bringt bzw. Prüfungen anstehen.
Na ja, Men und Kote, aber sehr schön auch sind Überraschungs-Do.
Ich versuche meistens genauso zu kämpfen, wie gegen Nito, den Gegner aus der Reserve locken, vielleicht mit tsuki verunsichern und möglichst unter Beachtung des Selbstschutzes darauf warten, dass sein Angriff kommt und eine Kontertechnik anbringen. Wichtig ist Druck machen und in Bewegung bleiben und natürlich seigan-no-kamae. Na und wenn man ein tsuki-Gott wäre, dann...
Nun ja, Jodan-Gegner Nr. 1 in D ist ja H.P. Herr, der öfters bei uns auftaucht, somit hat man natürlich die Ehre da mal jigeiko zu machen. Um die Ecke ist vom DJC noch jmd. der auf Jodan umgestellt hat, den man ab und an treffen kann, ansonsten ist natürlich schön, dass wir einen regelm. Nito-Mann haben, denn die Gegentechniken und -taktiken sind nicht unähnlich.
Im Shiai hatte ich bisher schon einmal einen Jodan-Gegner, den ich im Encho besiegen konnte durch Beachtung der o.g. Punkte. Das Wichtigste ist, dem Jodan-Kämpfer die Dominanz zu rauben, ihn keinen Druck erzeugen zu lassen, sondern mit der Einstellung "Du-Angeber-ich geb-dir-gleich-jodan" ranzugehen, so dass der Druck auf deiner Seite liegt (tampopo, erinnerst dich ja an yamashibu). Dann zählt Timing und Gelegenheit.
#18
Geschrieben 16 November 2007 - 08:37 Uhr
Zu Jodan-Umstellung kann ich nur den Tipp geben, dass katate-suburi als Basis förderlich sind und natürlich erstmal Erlernung umgekehrter Fußarbeit. Für Treffsicherheit und ki-ken-tai-ichi im jodan hilft es wenn man einen tauglichen Kendo-Dummy basteln kann. Ich habe sowas im Garten stehen, eignet sich optimal für katate- und tsuki-Übungen.
#19
Geschrieben 28 November 2007 - 12:59 Uhr

Sehe gerade, dass dort alle Morote Techniken mit Funikomi auf rechts gemacht werden. Ist das Pflicht oder einfach nur anatomisch sinnvoll?
Tschüss Sebastian
#20
Geschrieben 28 November 2007 - 13:32 Uhr
Beides, es gibt für das Jodan no Kamae keine Morote Techniken bei denen mit dem linken Fuß der Fumikomi ausgeführt wird. Alle Morote Techniken mit dem Rechten Fuß, wie beim Chudan auch.
Edit: Neben Pflicht und anatomischem Sinn bietet es dir auch noch Vorteile, Maai Vorteile. Wenn du eine Oji Waza wie Kote-Uchitoshi-Men oder Kote-Nuki-Men aus dem Jodan ausführst und einen Hikimen nach der Oji ausführst erhälst du das Wechseln des Fußes noch mal zusätzlichen Abstand nach hinten. Würdest du nach der Oji einfach mit Fumikomi links deinen Men bzw. häufiger wird Hiki-Men ausgeführt, ausführen würde das vom Abstand her eventuell nicht passen.
Hier ein beispiel für eine Oji-Waza aus dem Jodan mit Hiki-Men, achte auf die Fußarbeit. Am besten auf die Festplatte speichern, ruckelt sonst im Quicktime Player.
Gruß
Sirsmokesalot
Bearbeitet von Sirsmokesalot, 28 November 2007 - 13:46 Uhr.



