Ju Jutsu, Jiu Jitsu, ...
#161
Geschrieben 16 Januar 2008 - 09:59 Uhr
IMHO stellt der jeweilige Stil das zu erlerndende Fundament für die Mudansha dar, auf welchem es dann für die Yudansha (durch allseitiges "über den Tellerrand schauen") aufzubauen gilt. Der Stil beschreibt also die unterschiedliche Herangehensweise an den (ohnehin niemals endenden) Weg.
By the way : Auch wenn in den verschiedensten Ryuha der Begriff des "Do" im Namen nicht vorkommt, so ist dies doch bei den Nihon Ryuha als selbstverständlich vorauszusetzen !
#163
Geschrieben 17 Januar 2008 - 12:06 Uhr
Nein, diesen Unterton habe ich gewählt, weil ich allzu oft konfrontiert wurde mit Aussagen, wie :
"moderner, von traditionellem Ballast entschlackter Stil ohne Firlefanz und Esoterik- Getue"...
- Diese Überheblichkeit und nach außen zur Schau getragene Respektlosigkeit ist uns im Westen eher zueigen.
Generalisieren will ich diese Aussage allerdings keineswegs !
#164
Geschrieben 29 Januar 2008 - 07:42 Uhr
Ju-Jutsu ist ja bekanntlich in Deutschland entwickelt worden...
Ich betreibe Jiu-Jitsu und halte dieses System für das Beste!!!
Jedoch gibt es kein "bestes" System!
Liegt es doch an jedem MEISTER, was er den Schülern zeigt und was der "SCHÜLER" annimmt.
In Brasilien wird jede Variante mit den Namen der Schule/des Lehrers bezeichnet Gracie-Jiu-Jitsu
Wäre so als mache man in Deutschland Schmidt Jiu-jitsu und ein anderer Meyer Jiu-Jitsu...
Wie auch immer, das Schriftzeichen und die übersetzungen sind sowohl im Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu und Ju-Jitsu die selben.
Leider ist es in Deutschland auch so, das es zig verschiedene Verbände für jede Disziplin gibt... das Verwässert.
... Ich hoffe Dir hat das etwas geholfen ...
#165
Geschrieben 08 Februar 2008 - 19:23 Uhr
Jujutsu zählt zu den alten japanischen Kampfkünsten und gilt unter ihnen als eine der ältesten und ehrwürdigsten.
In direkter Tradition des Bujutsu, Budo und damit des Bushido basieren die Techniken des Jujutsu auf dem waffenlosen Kampf mittels Schlägen, Tritten, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken. Aus dem Jujutsu entwickelten sich konsequenterweise dann auch mehrere z. T. sehr unterschiedliche Stile:
Jiu-Jitsu: eine in Deutschland entstandene Form, bei der sich die klassischen Jujutsutechniken mit denen des Ringens und des Boxens vermischten.
Brazilian Jiu-Jitsu: eine moderne Version des Jujutsu mit Fokus auf den Bodenkampf
Ju-Jutsu: ein auf Auftrag des DDK hin ab 1967 aus Techniken des Jiu-Jitsu, Judo, Karate und Aikido kombiniertes SV-System, das v. a. den Anforderungen der Polizei gerecht werden sollte
Im modernen Jujutsu werden wie im Judo und im Karate die Schüler in Schüler- und Meistergrade eingeteilt.
#166
Geschrieben 25 März 2008 - 08:03 Uhr
"Edle Kunst", hab ich ja noch nie gehört als Übersetzung von JuJutsu.
Um das wirrwarr mit den verschiedenen Schreibweisen noch zu vervollständgen schreibt dieser Artikel wiedermal vom deutschen JiuJitsu und vom japanischen JuJutsu.
Am besten wäre, mann würde sich mal global auf eine Schreibweise einigen und diese dann mit div. Zusätzen auseinanderhalten, aber soweit wirds wohl nicht kommen.
Bearbeitet von alex84, 25 März 2008 - 08:04 Uhr.
#167
Geschrieben 25 März 2008 - 10:47 Uhr
Jau - das ist mir auch neu. Allgemein heißt die Übersetzung "Sanfte Kunst" - wobei es auch andere Intonationen für das erste Kanjii gibt, z.B. "still".
Aber "edel"? Etwas weit weg und der Wunsch Vater des Gedanken.
"Wenn ich die Brücke erreicht habe, überquere ich sie!"
#168
Geschrieben 25 Juni 2008 - 16:39 Uhr
Worin würdet Ihr den Unterschied zwischen Jiu-Jitsu und Ju-Jutsu sehen, und wie bewerten (inclusive Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems) ?
Der Unterschied liegt in der Prüfungsordnung!Beim Ju Jutsu wird diese oft erneuert.Aber im großen und ganzen hat das Ju Jutsu im vorder Grund die Verteidigung,es gibt eine Haubttechnik die Demonstirt werden so .Der Angriff ist egal.Beim Jiu Jiutsu hingegen hat das Habtmerk auf den Angreif ihre kombimationen auf gebaut!
Ich weiß! Die schreibweisen Ju Jutsu /Jiu Jiutsu oder Ji Jutsu !! Hört sich nahe zu gleich an aber Unterschied gibt es!
#169
Geschrieben 17 August 2008 - 11:03 Uhr
Jau - das ist mir auch neu. Allgemein heißt die Übersetzung "Sanfte Kunst" - wobei es auch andere Intonationen für das erste Kanjii gibt, z.B. "still".
Aber "edel"? Etwas weit weg und der Wunsch Vater des Gedanken.
Soweit ich weiß, ist die japanische Schriftweise von Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu identisch. Die Japaner unterscheiden da nichts. Auch die Übersetzung vom Ju-Jutsu bzw. Jiu-Jistu ist nicht "sanfte Kunst". "Ju" bzw. "Jiu" bedeutet Ausweichen oder Nachgeben, "Jutsu" bzw. "Jitsu" Kunst oder Kunstgriff und damit erzähle ich wirklich nichts Neues, sondern dass ist nun wirklich überall nachzulesen. Judo hat eben auch das "Ju", also das Ausweichen und Nachgeben im Namen, wobei Judo häufig auch als die "Sanfte Kunst" bezeichnet wird. Ju-Jutsu bzw. Jiu-Jitsu ist die Kunst, durch Ausweichen oder Nachgeben (nicht nur im physischem Sinne) einen Kampf für sich zu entscheiden.
Ebenfalls ist überall nachzulesen, dass es sich beim Jiu-Jitsu um eine alte, ca. 2500 Jahre alte Kriegskunst handelt. Erst daraus entstanden die Kampf- bzw. Selbstverteidigungssportarten Judo, Karate und Aikido zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also neuzeitlich (auch alles bestens dokumentiert und nachzulesen). Diese wurden dann in Deutschland in den 70'er Jahren wieder zu einem System, dem Ju-Jutsu zusammengefasst. Warum das Ju-Jutsu kein "i" mehr hatte, ist ebenfalls kein Geheimnis und kann auf den Seiten des DJJV bestens nachgelesen werden: Es ging dabei ausschließlich um rechtliche Gegebenheiten - ganz einfach, kein Geheimnis, kein Diskussionsbedarf...einfach den Hintern hochbekommen und selbst mal nachlesen.
Das genau diese Aussagen einigen Leuten (vor allem den alten Funktionären in den Vereinen) nicht gelegen kommt, weiß ich und habe ich früher schon oft mitbekommen. Dass diese Aussagen allerdings genauso stimmen, wie ich sie geschrieben habe, kann jeder - so er möchte - auf den offiziellen Seiten der Verbände nachlesen.
Mich wundert es mal wieder, dass es Leute gibt, die - egal was auch immer Fakt ist - dass in Frage stellen müssen...ein äußerst unökonomisches Verhalten, zumal die Sachverhalte nun wirklich keinen Anlass zur Diskussion geben. Auch hier zeigt sich, dass Leute mit Halbwissen arbeiten und nur aus Gründen von "Recht haben wollen" derartige Diskussionen ins ad absurdum stürzen.
Bearbeitet von 0rodeon0, 17 August 2008 - 11:07 Uhr.
#170
Geschrieben 25 August 2008 - 10:52 Uhr
F: Was ist der Unterschied zwischen JuJutsu und JiuJitsu?
A: Das was wir in Europa als Unterschied konstruiert haben.
1. Lingusistisch-orthographisch:
Es gibt mehrere Transskriptionssysteme für Kanji und Kana; die Wichtigsten sind das Hebon-Shiki (Hepburn-System) und das Kunrei-Shiki. Im einen System wird das Kanji, das gewandt, elegant, weich, sanft, engl. gentle bedeutet als 'JU' und im anderen als 'JIU' übertragen. In meinem Kanji-Lexikon (Langenscheidt) steht beim Eintrag für das Kanji JU als Beispiel kurioserweise für die Aussprache 'JUJUTSU' und für die Übersetzung 'JIUJITSU'.
Ich habe ein Büchlein, in dem JJ noch in einer älteren Schreibweise überträgt: 'Dschiu Dschitsu Japanische Methode der Selbstverteidigung', Leipzig 1922.
2. Semantisch:
JuJutsu/JiuJitsu (JJ) ist ein Oberbegriff, der auf Schulen angewendet wurde, die nicht explizit auf Kraftentwicklung gerichtet waren (Sumo). Deshalb führt man im JJ auch religiöse Legenden als Quelle an, in denen die Götter Kashima und Kadori mit Kunstgriffen vorgegangen sein sollen. In diesem Sinn wird in der Gründungsgeschichte des Judo erzählt, dass Jigoro Kano in zwei JJ-Schulen, der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu studiert habe, bevor er seine eigene Schule gegründet hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff 'Wintersport'. Da ist auch nicht klar gestellt, ob es sich um Eislaufen oder Schifliegen handelt. Analog verhält es sich mit dem Begriff 'Kung Fu', aus dem auch noch nicht hervorgeht, was jemand genau betreibt.
3. Verbandspolitisch:
Jeder Verband/Verein hat das Recht den Ausschnitt des JJ näher zu beleuchten, der ihm gefällt. Manche ziehen es vor JJ eher sportlich, wettkampforientiert zu betreiben, andere bevorzugen den cage-fight, dritte wiederum die Ausrichtung auf Notwehrtauglichkeit, vierte haben suchen Methoden für den Exekutiveinsatz, weitere persönliche Entwicklung etc. Wenn sie dabei die innere Botschaft des JJ akzeptierend ihre Technik weiterentwickeln und nicht bloß Fremdtechniken rezipieren, dann stehen sie in der Tradition des JJ.
Die ursprüngliche und mehr als berechtigte Frage, worin der Unterschied zwischen JuJutsu und JiuJitsu bestünde verweist also auf die Frage nach dem Unterschied dessen, was in den einzelnen Verbänden/Vereinen/Dojos betrieben wird.
#171
Geschrieben 04 Oktober 2008 - 21:06 Uhr
Ich habe eine Frage bezüglich der internationalen Ju-Jutsu Wettkämpfe.
Heute war ich auf den German Open und es waren verschiedene Nationen vertreten.
Geht es bei den Wettkämpfen um deutsches Ju-Jutsu oder um alle Jiu Jitsu Stile?
Ich habe nämlich den Ju-Jutsu Weltmeister Andreas Kuhl dort gesehen und
mich gefragt warum ausgerechnet ein deutscher Weltmeister ist, wo es doch so viele gute Kämpfer im Ausland gibt
(Gracie mit BJJ oder japanische kämpfer).
Vielen Dank im Voraus für die Antworten.
#172
Geschrieben 05 Oktober 2008 - 09:15 Uhr
Ich habe eine Frage bezüglich der internationalen Ju-Jutsu Wettkämpfe.
Heute war ich auf den German Open und es waren verschiedene Nationen vertreten.
Geht es bei den Wettkämpfen um deutsches Ju-Jutsu oder um alle Jiu Jitsu Stile?
Ich habe nämlich den Ju-Jutsu Weltmeister Andreas Kuhl dort gesehen und
mich gefragt warum ausgerechnet ein deutscher Weltmeister ist, wo es doch so viele gute Kämpfer im Ausland gibt
(Gracie mit BJJ oder japanische kämpfer).
Vielen Dank im Voraus für die Antworten.
Weil wir DJJVler das kollektive Opfer gebracht haben, das in Deutschland gebastelte, alte Wettkampfsystem in die Tonne zu treten.
Obwohl es die Juka erst zu ernstzunehmenden KKlern gemacht hat.
Aber man konnte damit im Grunde maximal deutscher Meister werden - das gibt keine Zuschüsse, schätze ich.
Das JJ-Fighting ist halt eine Wettkampfform, die international gekämpft wird.
Anstrengend ist es allemal, gute Qualitäten entwickelt es teilweise auch noch, aber es ist nicht so ausgelegt, daß ein sehr guter Bodenkämpfer oder Vollkontaktler innerhalb der Regeln triumphieren würde.
Ein guter Judoka hat da schon mehr Spaß.
Geld und Prestige lässt sich damit auch kaum gewinnen, nach den Regeln dieses speziellen Verbandszusammenschlusses Weltmeister zu werden.
Es ist von MMA sicher noch weiter entfernt, als der DJJV-Allkampf, dessen Schattendasein hier erst kürzlich in einem anderen Thread wieder offensichtlich wurde.
Einige von Deutschlands größten JJ-Experten kannten ihn nicht.
Im Verband ist er auch nicht heißgeliebt, sondern für die Kaderathleten mancher Landesverbände gerüchteweise gar verboten.
Gruss
Kenkon
#174
Geschrieben 05 Oktober 2008 - 17:26 Uhr
Guckst Du hier : http://jjif.org/unions/
Die haben das im Namen mit Bedacht mit und ohne i geschrieben.
Ist das alte Problem mit dem Wettkampf : Bastelt man sich alleine was vernünftiges, machen nur ein paar mit.
Dadurch ist das Gesamtniveau meist nicht so hoch.
Geht man in einen grossen Dachverband, muss man die dortigen Wettkampfregeln schlucken. Hat aber auch schön viel fordernde Konkurrenz.
Da steckt natürlich auch einiges an Verbandspolitik drin, fern von Nutzanspruch im SV-Sinne.
Viele kleinere Jiu Jitsu Verbände machen gar keinen Wettkampf oder eigene Geschichten.
Oder sie treten in die JJIF ein - ich weiß gar nicht, ob es international noch was Grösseres gibt, im Wettkampfsinne.
Wenn Du jetzt an BJJ denkst, die haben ihre eigenen Dinger und müssten ihr Training umstellen, um im Fighting was zu beschicken.
Aber warum sollten sie. Siehe oben.
Gruss
Kenkon


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