Heros macht dicht... Der Markt regelt alles...
#1
Geschrieben 21 Februar 2006 - 09:27 Uhr
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| Viersen (rpo). In der Branche der Geldtransportunternehmen galt die Firma Heros schon lange als „billiger Jakob“, der die Preise der Konkurrenten stets unterbot. Jetzt scheint auch klar, wie sich dass Unternehmen dennoch über Wasser halten konnte: mit schmutzigen Tricks. Nach der Pleite des Geldtransportunternehmen Heros fragen sich nicht nur in Viersen viele Menschen: Wie war es möglich, dass führende Mitarbeiter des Konzerns über Jahre hinweg Gelder veruntreut haben sollen, ohne dass die geprellten Kunden aufmerksam wurden? Der Mülheimer Versicherungs-Experte Bernd Schäfer hat eine verblüffende Antwort parat. Nach Auswertung mehrerer vergleichbarer Fälle, die in den vergangenen Jahren aufflogen, kommt er zu dem Schluss: Die Kunden waren zufrieden und glaubten sogar ein gutes Geschäft zu machen. Und so funktionierte der Trick: Die Geldtransporteure lieferten das eingesammelte Geld nicht sofort bei der Bank ab, sondern zahlten es vorübergehend auf ein eigenes Konto ein. Für diese Verzögerung mussten sie an ihre Vertragspartner einen Strafzins entrichten. Der liegt bei bis zu neun Prozent. Das ist mehr, als zum Beispiel ein Kaufhauskonzern bei der Anlage auf einem eigenen Konto hätte erzielen können. Deshalb störten sich die Kunden zunächst nicht an der verspäteten Ablieferung. Was sie nicht wussten: Sie bezahlten den Strafzins aus den eigenen Tageseinnahmen, die ihnen zeitweise entzogen wurden. Denn die Geldtransporteure beglichen die Zinsen mit den folgenden Geldlieferungen, die sie - wie gehabt - wieder auf einem eigenen Konto anlegten, statt sie pünktlich abzuliefern. Ein Schneeballsystem, das nur funktioniert, solange stetig neues Geld nachgepumpt wird. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach haben die verhafteten Heros-Manager ebenfalls ein Schneeballsystem benutzt, um Geld auf Firmenkonten umzuleiten. Auf dem Markt agierte Heros aggressiv: „Die Preisunterbietungen hatten eine Dimension erreicht, die betriebswirtschaftlich nicht zu erklären sind“, meint Harald Olschok von der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Ähnlich äußert sich auch Ralf Hübsch (58), Gewerkschaftssekretär beim Verdi-Landesverband in Düsseldorf. Er ist verantwortlich für den Bereich Sicherheitsdienste und Werttransporte. „Heros“, berichtet Hübsch, „war als billiger Jakob bekannt. Die haben überall die Preise unterboten. Da hat man sich schon gefragt, wie das möglich ist. Denn mit Geldtransporten lässt sich schon seit Jahren in Deutschland kein Geld verdienen.“ Er glaubt, dass der Schaden höher sein wird als die von der Staatsanwaltschaft veranschlagten 300 Millionen: „Er dürfte eher bei 500 Millionen liegen.“ Schätzungen anderer Experten liegen sogar noch deutlich darüber. Die Konzernzentrale von Heros in Hannover hüllt sich in Schweigen. Nicht einmal zum Insolvenzantrag, den die Gruppe gestern für ihre 23 Töchter stellte, will sich die Geschäftsführung äußern. Sicher ist nur, dass jetzt auch die Beschäftigten in der Viersener Filiale um ihre Jobs bangen müssen. Völlig unklar ist bislang, ob das Unternehmen weiterhin Geld ausliefern und abholen kann. Gestern noch ging der Betrieb in Viersen weiter, als wäre nichts geschehen. Bundesweit stehen 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. „Wir sorgen uns um die Mitarbeiter“, betont Gerald Richter, Bundes-Fachgruppenleiter bei Verdi. Er hat gestern eine Versammlung von Betriebsräten aus der Sicherheitsbranche einberufen. Er will sondieren, ob es möglich ist, dass die Heros-Mitarbeiter von anderen Unternehmen übernommen werden, sollte die Firma nicht weitergeführt werden können. Die geschädigten Kunden werden einen Großteil des Geldes wohl abschreiben müssen. Schäfer: „Die Versicherungen übernehmen, wenn überhaupt, nur einen kleinen Teil.“ Geldinstitute haben zudem noch ein anderes Problem: Viele Banken und Sparkassen arbeiten mit dem größten Geldtransport-Unternehmen in Deutschland zusammen. Nach Aussagen von Branchen-Insidern fehlen jetzt die Kapazitäten, die Versorgung aller Bankautomaten in Deutschland mit Bargeld sicherzustellen, sollte Heros ausfallen. So müssten Techniker die Geldautomaten zeitaufwändig auf mögliche neue Abholer umstellen. (Rheinische Post, 21.02.06, 7.45 Uhr) |
Das war ja nur eine Frage der Zeit, das Heros das Geld für die Firmenübernahmen etc. nicht für ihre Rechnungen bekommen hat war ja klar.
Das mit den Tagesgeldkonten der GwT-Firmen ist nix neues.
Dennoch, wer für 10 Euro ne Abholung macht, der macht garantiert kein Geschäft. Und der "billige Jakob" hatte ja bekanntlich auch extrem billige Mitarbeiter, 4,50 Die Stunde? Egal, hauptsache Knarre spazierenfahren..
Die wollen jetzt zwar alle woanders unterkommen, aber die wird nicht jeder haben wollen.
In der Glotze reden sie davon das Bargeld demnächst knapp werden könnte. Nun ja, Fiat Money knapp werden? So schnell gehts auch wieder nicht.
Ein Laden mehr der jetzt Johnny Cashs Folsom Prison Song pfeifen kann.
Dieser Beitrag wurde von Spatenkampf bearbeitet: 21 Februar 2006 - 09:29 Uhr
Wenn verloren Flint' und Schwert.
#2
Geschrieben 21 Februar 2006 - 14:41 Uhr
Ist schon traurig, wenn in Deutschland nur der Preis und nicht die Qualität ausschlaggebend ist.
#3 GastLexif_*
Geschrieben 21 Februar 2006 - 16:36 Uhr
#4
Geschrieben 21 Februar 2006 - 17:23 Uhr
#5 GastLexif_*
Geschrieben 21 Februar 2006 - 18:08 Uhr
#6 GastBooth_*
Geschrieben 21 Februar 2006 - 19:35 Uhr
#7
Geschrieben 21 Februar 2006 - 22:33 Uhr
Group4/Securicor wird sich wohl etwas mehr reinhängen können. Aber die kleineren werden wohl auch mehr zuwachs bekommen.
Macht aber nix, GwT ist eh ne brotlose Zunft...
Wenn verloren Flint' und Schwert.
#8
Geschrieben 22 Februar 2006 - 08:55 Uhr
war für mich eh erstaunlich wie die Firma 50% des gesamten GWT
übernehmen konnte,nun weiß man ja wie!!
Sind mit Sicherheit ein paar nette kleine Firmen über den Deich gegangen.
Jetzt ist alles wieder in heller Aufregung,alles schreit und schimpft,
aber wenn Gras über die Sache gewachsen ist,macht der nächste das genauso.
gruss HAI
DE OPPRESSO LIBER Freiheit den Unterdrückten
Leitspruch der US Army Special Forces
****
#9
Geschrieben 22 Februar 2006 - 13:52 Uhr
Wirklich erstaunlich, wem die Leute ihr Geld anvertrauen.
Gruß
Dieser Beitrag wurde von Gasmann bearbeitet: 22 Februar 2006 - 13:54 Uhr
Ich verstecke mich hinter Ihrem Schild.
#10
Geschrieben 22 Februar 2006 - 17:46 Uhr
MfG
Nefi
zu zertrümmern als ein Vorurteil! (Albert Einstein)
KKF-Sommertreff Galerie
#11
Geschrieben 23 Februar 2006 - 12:39 Uhr
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Versicherer zahlen bei Heros die Zeche Der Betrugsskandal beim größten deutschen Geldtransportunternehmen Heros dürfte die Versicherungen eine Stange Geld kosten. Laut Staatsanwaltschaft geht es um eine unterschlagene Summe von 300 Mill. Euro. Doch manche Assekuranzen haben eventuell ein Hintertürchen, um sich vor der Zahlung zu drücken. mak/cs/fs/fw DÜSSELDORF. Die Mannheimer Versicherung wusste am Mittwoch noch nicht, in welcher Höhe Forderungen auf sie zukommen, wie ein Sprecher sagte. Das Werttransportunternehmen Heros hat bei der Mannheimer eine Transportversicherung abgeschlossen, die nach Aussage des Sprechers alles abdeckt, was während des Transports passiert – auch wenn Manager oder Eigentümer dahinter stecken. Die Risiken verteilen sich auf ein internationales Konsortium von mehreren Versicherern und sind zum Teil auch über Rückversicherer gedeckt. Die Mannheimer war vor einigen Jahren wegen einer Schieflage ihrer Lebensversicherung in die Schlagzeilen gekommen. Sie gehört heute zum österreichischen Uniqa-Konzern. Dem Handelskonzern Metro liegt eigenen Angaben zufolge eine Police von Heros vor, die über den Versicherungsmakler Marsh bei Lloyd’s of London abgeschlossen wurde. Lloyd’s und Marsh äußerten sich auf Anfrage nicht näher zu den Bedingungen dieser Versicherung. Lloyd’s ist ein Versicherungsmarkt, auf dem eine Vielzahl von Gesellschaften Deckungen anbieten – er spielt auch in der Rückversicherung eine große Rolle. Metro hat nach eigener Aussage Forderungen von rund einer Million Euro gegenüber Heros. Der Konzern rechnet damit, dass sie über eine Versicherung von Heros beglichen werden, sofern aus der Insolvenzmasse des Unternehmens nicht genügend Geld zu holen ist. Fachleute wie der Düsseldorfer Spezialanwalt Michael Hendricks weisen aber darauf hin, dass viele Versicherungsarten, etwa die Abdeckung von Vertrauensschäden, nicht greifen, wenn der Eigentümer des Unternehmens in den Fall verwickelt ist. Welcher Vertrag greife und welche Arten von Betrug eingeschlossen seien, hänge von der Ausgestaltung der jeweiligen Policen ab. Zumindest die Schuldfrage bei Heros scheint sich zügig zu kären. Der verhaftete Eigentümer, Karl-Heinz Weis, hat angekündigt, ein umfangreiches Geständnis abzulegen. „Mein Mandant wird den Sachverhalt aufklären. Er übernimmt dafür die Verantwortung“, sagte der Anwalt des Firmenchefs, Bertram Börner, am Mittwoch in Hannover. Weis und drei seiner Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen 300 Millionen Euro Kundengelder unterschlagen haben. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte das Unternehmen für sich und seine 23 Töchter Insolvenz angemeldet. Der überwiegende Teil des Geldes sei für das Unternehmen verwendet worden, berichtete Börner. Ursprünglich habe sein Mandant geplant, sich selbst anzuzeigen: „Der innere Druck war einfach zu groß.“ Ehe es dazu kam, hätten die Ermittler aber schon die Geschäftsräume durchsucht. Der 57 Jahre alte Weis gilt in Branchenkreisen als „angenehmer, sympathischer Zeitgenosse, der das Leben gerne genießt“. Ehe er 1978 den Grundstein für die Heros-Unternehmensgruppe legte, hat er in Hannover Mathematik studiert. Schon als Student hat er bei einem Geld- und Werttransporter als Autowäscher gejobbt. Als Konkurrent war Weis allerdings gefürchtet. „Welcher Preis auch immer geboten wurde, er unterbot alles“, sagte ein Wettbewerber. Bei Heros ging der Geschäftsbetrieb am Mittwoch nach eigenen Angaben unverändert weiter. Ob der Transport weiterhin aufrechterhalten werde, sei nach wie vor offen, sagte eine Sprecherin. Das Angebot der Bundesbank, zur Vorbeugung gegen mögliche Engpässe in der Bargeldversorgung ihre Filialen länger geöffnet zu halten, sei am Dienstag unterschiedlich genutzt worden, teilte die Bundesbank mit. Die längste Öffnungszeit wurde mit 20.30 Uhr in Hamburg registriert. Die Commerzbank verhandele „unter Hochdruck“ mit Heros-Konkurrenten, um die Befüllung ihrer Automaten zu sichern, sagte am Mittwoch ein Sprecher. Es gebe auch schon erste Abschlüsse. Heros beliefert knapp die Hälfte der Geldautomaten der Commerzbank. Die Dresdner Bank ist nach eigenen Angaben bereits vollständig zu anderen Dienstleistern übergegangen. Die Deutsche Bank und die Hypo-Vereinsbank, beide Heros-Kunden, sehen dagegen bislang keinen Handlungsbedarf. Es gebe bisher keine Engpässe, versicherten die Institute übereinstimmend. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) hat Heros bei der Befüllung von Geldautomaten nur einen Marktanteil von 10 bis 12 Prozent. Größere Sorgen bereitet die Abholung von Bargeld, wo der Heros-Anteil bei 60 bis 70 Prozent liegt. Allerdings greifen im Einzelhandel die Notfallpläne, wie ein Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels versicherte. Die Unternehmen hätten die Gelddienste kurzfristig in andere Hände übergeben. Der BDGW hat sich gestern für staatliche Kontrollen in der privatwirtschaftlichen Bargeldbearbeitung ausgesprochen. „Dies wäre denkbar durch die BaFin“, sagte Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert eine schärfere Kontrolle des Gewerbes. Bei den staatlichen Kontrollmöglichkeiten gebe es einen „eklatanten Mangel“, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg in Berlin. Die Geld- und Wertdienstleister unterliegen nur einer gewerberechtlichen Überprüfung, d.h. das Ordnungsamt entscheidet über die Zuverlässigkeit |
#12
Geschrieben 10 März 2006 - 17:58 Uhr
was erwartest du von leuten die ganze 6€ in der stunde kriegen?
#13
Geschrieben 11 März 2006 - 00:38 Uhr
| QUOTE (antifascist @ Freitag, 10. März 2006, 16:58 Uhr) |
| @ nefilim was erwartest du von leuten die ganze 6€ in der stunde kriegen? |
Nichts
zu zertrümmern als ein Vorurteil! (Albert Einstein)
KKF-Sommertreff Galerie
#14
Geschrieben 14 März 2006 - 14:44 Uhr
#15
Geschrieben 14 März 2006 - 18:51 Uhr
Wenn verloren Flint' und Schwert.
#16
Geschrieben 29 März 2006 - 13:55 Uhr
| QUOTE (Guv´nor @ Dienstag, 14. März 2006, 15:44 Uhr) |
| Wie kann man sich für 6 € die stund nur hinstellen? Dieses Land macht mich nachdenklich. |
Weil 6€ x 168 h immer noch mehr sind als 350 € Hartz IV und wer stellt schon Leute über 40 noch ein? Wenn du dein Haus behalten willst und deinen Einkauf bei "Aldi" und nicht bei der "Tafel", dann fährst du auch 20 Mio's für 6 € die Stunde, selbst wenn du daür noch 50 km Anfahrt hast.
#17
Geschrieben 29 März 2006 - 16:46 Uhr
mir ist jemand irgendwie sympathisch der lieber für 6 € arbeitet wenn er die möglichkeit dazu hat, als dem Staat und somit der allgemeinheit auf der Tasche zu liegen.
Gruß Sam
#18
Geschrieben 29 März 2006 - 23:07 Uhr
Nein, nicht viel, aber das ist noch normal... Es gibt auch extrem viel darunter...
Das bringen sogar viele Kaufleute mit nach Hause...
Vor 20 jahren haben viele Leute sogar noch 6 Mark mit nach Hause gebracht. So gesehen...
Aber bei Heros haben die meisten ja nichtmal 6 Euro die Stunde bekommen...
Woher denn auch wenn die eine Anfahrt für 10 Euro gemacht haben?
Beim Gehalt Lügen alle...
Dieser Beitrag wurde von Spatenkampf bearbeitet: 29 März 2006 - 23:09 Uhr
Wenn verloren Flint' und Schwert.

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